Der Kampf um den heiligen Fluss

Honduras-Das Wasserkraftwerk Agua Zarca und der Fall Berta Caceres
Der Protest richtet sich nicht nur gegen das Kraftwerksunternehmen DESA , sondern auch gegen andere Beteiligte wie etwa die finanzierenden Institutionen – hier gegen die holländische Entwicklungsbank FMO.

Die dunklen Seiten der „grünen Wasserkraft“

In der Pressemitteilung eines führenden deutschen Turbinenherstellers heißt es: „Die Wasserkraft spielt eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen und umweltfreundlichen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ist weltweit die größte erneuerbare Quelle für die Stromerzeugung.“ In den letzten Jahrzehnten hat sich Zentral-und Südamerika zur bevorzugten Region für den Bau von Wasserkraftwerken entwickelt. Von den zehn weltweit größten Wasserkraftwerken befinden sich vier in Südamerika.

Beschränkt man sich bei der Betrachtung der Wasserkraft-Technologie allein auf technische , physikalische und wirtschaftliche Aspekte, so scheint diese die nahezu ideale Art der Stromerzeugung zu sein. Aber schon bei einer umfassenden Kosten-Nutzen-Rechnung stellt sich heraus, dass Projekte dieser Art in vielen Fällen höchst unwirtschaftlich sind. Für arme und wirtschaftlich schwache Länder kann das bedeuten, dass die Baukosten nie mehr erwirtschaftet werden können und zur Verschuldung dieser Länder beitragen.

Aber auch die ökologischen Auswirkungen durch den Bau von Wasserkraftwerken lassen deren scheinbare Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit in einem anderen Licht erscheinen. In Zentral-und Südamerika ist die Anwendung dieser Technologie immer mit mehr oder weniger großen Eingriffen in die Natur verbunden. Die Rodung wertvoller Urwälder und in ihren Folgen schwer vorhersehbare Veränderungen des Gleichgewichtes von Flußsystemen, stellen sich nachträglich oft als zu hoher Preis für Projekte dieser Art heraus.

Die dunkelste Seite beim Bau von Wasserkraftwerken betrifft die sozialen und menschenrechtlichen Defizite, die damit verbunden sind. Die gewaltsame Vertreibung ganzer Bevölkerungen aus ihren angestammten Territorien, illegale Aneignung von Land und die Kriminalisierung und gewaltsame Unterdrückung des Widerstandes der betroffenen Menschen hiergegen, sind bis heute die schlimmen Begleiterscheinungen bei der Nutzbarmachung „Grüner Wasserkraft.“ Exemplarisch dafür ist das Wasserkraftwerk Agua Zarca in Honduras.  Weiterlesen (PDF)

Herbert Löhr

Meldungen

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Ein herzliches Dankeschön

Wir hatten uns schon einiges erhofft für unsere notleidenden Partnerprojekte in Villa El Salvador, aber mit solcher Hilfsbereitschaft hatte niemand gerechnet: Dank der enormen Spendenbereitschaft konnten wir im Corona-Jahr über 50.000 Euro nach Villa überweisen.

Gleich zwei Mal im Fokus

Unsere Beziehungen zu Villa El Salvador sind dieser Tage gleich zwei Mal in den Fokus der Freiburger „Infostelle Peru“ geraten – mit der „Geschichte einer langen Freundschaft“ und mit dem Buchprojekt „Spätzle trifft Quinoa“.

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Früher als erwartet, traf am 7. Februar eine erste Ladung Covid-Imstoff in Peru ein. Die 300.000 Dosen aus China sollen zunächst das medizinische Personal in den Krankenhäusern vor dem Virus schützen.

Endlich wieder da: Spätzle & Quinoa

Die ersten 1000 Exemplare gingen schneller weg, als es sich die Kochgruppe im „Hirsch“ erträumt hatte. Jetzt gibt es ihr „solidarisches Kochbuch“ wieder – bunt, kreativ, informativ und druckfrisch in dritter Auflage.