Ein herzliches Dankeschön

Im Corona-Jahr 2020 wurde der größte Teil des Spendentransfers von Tübingen nach Villa El Salvador ganz unmittelbar zur Bekämpfung des Hungers eingesetzt.      Bild: Caritas

Wir hatten uns schon einiges erhofft für unsere notleidenden Partnerprojekte in Villa El Salvador, aber mit solcher Unterstützung hatte niemand gerechnet: Dank der enormen Hilfs- und Spendenbereitschaft konnten wir im ersten Corona-Jahr über 50.000 Euro nach Villa überweisen. Wir sind überwältigt: danke, danke, danke. Wir, das sind in diesem Zuammenhang verschiedene Akteure, die im Verbund die Städtepartnerschaft Tübingen-Villa El Salvador pflegen und nach besten Kräften mit Leben erfüllen.

Dazu gehört die 25-köpfige Kochgruppe in der Begegnungsstätte “Hirsch”, die allmonatlich zum “Solidaressen” einlädt, um damit Spenden für die  Senioren-Tagesstätte “Los Martincitos” in Villa einzuwerben. Weil in der Corona-Pandemie der “Hirsch” geschlossen wurde, die Martincitos aber mehr denn je auf Hilfe angewiesen waren, musste sich das Team um Irmgard Lersch etwas Neues einfallen lassen: Sie produzierten ein wunderschönes “solidarisches Kochbuch” mit dem Titel “Spätzle trifft Quinoa”. Die ersten beiden Auflagen mit je 500 Exemplaren brachten bereits Spenden in Höhe von über 10.000 Euro ein. Die dritte Auflage ist noch nicht ganz vergriffen. Mit dem Erlös werden in Villa Lebensmittel gekauft und an die in häuslicher Quarantäne ausharrenden Alten verteilt.

Auch die etwa 16.000 Euro, die der Verein zur Förderung von Erziehung und Bildung alljährlich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und verschiedene Aktionen der UG-Schüler*innen aufbringt und an das Colegio Fe y Alegría überweist, dienten diesmal größtenteils zur Linderung der Corona-Not: Weil mit der Schule auch deren Mensa blockiert war, wurden hier ebenfalls Lebensmittelpakete geschnürt und nicht nur an bedürftige Schüler, sondern auch an die ärmsten Familien im Umfeld von Fe y Alegría weitergereicht.

Gedankt werden muss an dieser Stelle auch nochmal der Elternschaft des Uhland-Gymnasiums für die große Spendenbereitschaft anlässlich der verheerenden Explosion eines Gastank-Lastwagens, bei der im Januar 2020 in Villa El Salvador 25 Menschen getötet, weitere 50 verletzt und etwa 20 Häuser zerstört wurden. Für die betroffenen Angehörigen konnten 5000 Dollar überwiesen werden.

Weitere 10.000 Euro flossen von “TuVilla”, einem Partnerschaftsprojekt der “Wüsten Welle”, an das bürgerschaftlich organisierte “Centro de Comunicación Popular” in Villa, genauer gesagt an dessen Radiosender Stereo Villa. Den stattlichen Betrag hat TuVilla-Redakteur Matzel Xander mit einem Förderantrag bei der Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) locker gemacht – aus einem Topf “zur Bekämpfung und Eindämmung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Partnerschaften mit dem Globalen Süden”. Diese Beschreibung passte exakt auf das ehrgeizige Präventionsprogramm, mit dem die engagierten Kolleg*innen bei Stereo Villa seit Monaten gegen das Virus zu Feld ziehen.

Und nicht zuletzt hat auch unser Partnerschaftsverein  mit seiner Spendenaktion zu dem beeindruckenden Gesamtergebnis beigetragen. Ausgangpunkt war dabei eine ganzseitige Reportage  im “Schwäbischen Tagblatt”, in der Sepp Wais und Mélany Panta Rodriguez, die damalige Weltwärts-Freiwillige aus Villa, beschrieben haben, wie prekär die Lage für viele Familien in unserer Partnerstadt durch die Pandemie geworden war.

In der Folge gingen auf unserem Spendenkonto gut 13.000 Euro ein, die rasch an unsere Partner in Villa weitergereicht wurden – mithin auch an das Kinderhaus Casa Hogar und das Projekt “Salon Annette“. Bei der Aufteilung der Hilfsgelder waren zunächst die Wünsche der Spender*innen (sofern auf der Überweisung vermerkt) zu berücksichtigen, danach ging es nach Bedarf und Dringlichkeit. Ganz überwiegend wurde das Geld in Villa für den Kauf von Lebensmitteln und Sauerstoff eingesetzt.

Leider hat sich die Corona-Lage in Peru – nach einem stetigen Rückgang der Infektionen im Herbst – seit Beginn des neuen Jahres wieder deutlich verschärft. Das gilt auch für Villa El Salvador, wo die zweite Welle der Pandemie viele armen Familien nach langer Auszehrung jetzt noch härter trifft als der erste Lockdown.

Angesichts der wieder wachsenden Not wagen wir einen zweiten Hilferuf: Wenn Sie können, dann spenden Sie doch bitte noch einmal auf unser Konto mit der IBAN:  DE27  6415  0020  0001  3281  69. Stichwort Corona-Hilfe. Sie können gerne vermerken, welcher Projektpartner Ihre Hilfe bekommen soll. Bitte vollständige Adresse angeben, wenn Sie eine Spendenquittung wünschen.                 Ute Leube-Dürr

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